Von der breiten Massen zur großen Community mit Web 2.0
Oktober 12, 2009 von Tobias Braun
Eingetragen bei Onlinemarketing
Ein neues Zeitalter im Bereich Marketing ist angebrochen. Die Machtverhältnisse haben sich in Richtung Konsumenten verschoben und der Einflussbereich der Unternehmen schwindet. Im Mittelpunkt steht der Austausch unter den Konsumenten. Blogs, Communities und Foren explodieren. Und genau da setzt Marketing 2.0 an, bei der sozialen Vernetzung der Menschen.
Das Zauberwort lautet digitale Mundpropaganda. Konsumenten greifen auf das kollektive Wissen der Massen zurück. Und kein Gedächnis ist so lang wie die des Internets.
Trotzdem zeigte die Studie von McCann, das zwei Drittel der Marketingmanager kein Wissen in der Nutzung von digitalen Medien haben. Wegen diesem Mangel an Erfahrung geben Unternehmen die Aufgabe der Kundengewinnung im Internet an Agenturen ab. Doch auch das ist nicht die Lösung, da Adsense- und Adwords- Programmanwendungen zunehmend an Bedeutung verlieren. Das Internet „verkommt“ zum Sammelbecken von Userdaten. Mit klassischer Online- Werbung in Form von E- Mail- Marketing und Google- Werbeprogrammen ist es nicht mehr getan, denn das Bedürfnis der Kunden hat sich verändert. Konsumenten von heute sind selbstbewusster, sprunghafter und selbstständiger.
Eine neue Strategie ist der Ausgangspunkt für eine gut vorbereitete Zukunft. Das heißt nicht, dass der klassische Marketing- Mix ausgedient hat, sondern dass eine Weiterentwicklung notwendig ist. Es ist eine Herausforderung, die durch die neue Dynamik und Schnelligkeit des Internet ausgelöst wurde. Der neue Ansatz, der beim Marketing 2.0 in den Vordergrund tritt, ist der, den Kunden an den Planungen und Entscheidungen teilhaben zulassen. Denn der Konsument hat die Kontrolle übernommen. Dieser ruft die Werbung jetzt selbst ab, da er nun sein eigenes Informationsportfolio gestaltet. Nützlich wird nun eine neue Definition der erfolgreichen Kundengewinnung.
Lerne alles über digitale und soziale Medien, denn diese sind von enormer Bedeutung. Ohne technische Grundkenntnisse kommt man auf diesem Gebiet nicht weiter. Darüber hinaus ist das Verständnis der Funktionsweisen von Communities wie Facebook, Twitter oder XING erforderlich. Diese bieten Seminare an über technische Funktionen oder auch den Umgang mit neuen Kontakten. Bedeutung haben aber auch Social- Media Plattformen gewonnen wie StudiVZ, MeinVZ oder Lokalisten. Diese Seiten können Aufschluss über das Online- Verhalten der Zielgruppe geben.
Wichtig ist auch einen Web 2.0 Marketing- Plan zu entwickeln. Entscheidungsleitend sind eigene Bezugspunkte zu den klassischen Marketing- Methoden. Nutze die Möglichkeit von „Word of Mouth Marketing“. Wachsende Werbeinformationen und sinkende Glaubwürdigkeit veranlassen den Verbraucher sich an nicht werblichen Meinungen und Empfehlungen zuhalten. Web 2.0 ist ein „Mitmachweb“. User und Kunden sollen Kommentare, Meinungen oder Feedbacks abgeben und kommentieren. Es ist eine Art Mund-zu- Mund Propaganda nur nicht unter Freunden sondern einer viel größeren Gemeinde. Dieses Mitmachweb ist für viele eine Orientierung. Die Studie „Trust in Advertising“ von 2007 zeigte dies nur allzu deutlich auf, denn 78 Prozent der Verbraucher vertrauen nur den Empfehlungen anderer Konsumenten. Und genau hier greift virales Marketing an, als gezieltes Auslösen und Kontrollieren von Mundpropaganda zum Zwecke der Vermarktung der Unternehmen. Vorraussetzung für die Umsetzung dieser Kommunikationsform ist, eine Botschaft durch ein kostenfreies, leicht zu kopierendes oder zu übertragendes Medium zuverlässig und zeitlich unabhängig zu verteilen. Anders als bei einer One- to- Many- Übertragung (Massenkommunikation) findet die Kommunikation auf Basis des Many- to- Many Prinzips statt, bei dem das Unternehmen die Kommunikation unter den Konsumenten anstößt.
Den Austausch mit Kunden genießen. Interessenten sollten an der Entwicklung der Produkte und Dienstleistungen teilhaben können. Abläufe, Strukturen und eine Marktkultur, in der die Grenzen des Unternehmens aufgelöst werden, sollten organisiert werden.
Etwas Neues machen, an dass sich der Kunde erinnert. Ein bekanntes Produkt das funktioniert ist langweilig und auch die Zahl der Kunden, die ein Leben lang das gleiche Produkt einer Sorte kaufen nimmt ab. Konsumenten sind sprunghafter geworden. Ihre Wechselbereitschaft sollte genutzt werden, deswegen sind Kreativität und Innovationen gefragt.
Zum Schluss sollte nicht Vergessen werden, aus Aktivitäten zu lernen. Das Unternehmen sollte zu einer lernenden Organisation entwickelt werden. Online- Vertrieb und Absatz sollte auf gezieltes Feedback ausgerichtet werden und die Wahrnehmungskanäle im ganzen Unternehmen sollten erweitert werden.
Die Änderung beider Marketingwelten wird in Zukunft für immer mehr Unternehmen zur Normalität werden.
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